03.05.2013 – Kleines, starkes Team: BRK-Bereitschaft Ainring bei vielen Aufgaben gefordert

Mit einem kleinen aber starken Team aus 25 aktiven Helfern hat die BRK-Bereitschaft Ainring 2012 viel Arbeit geleistet: Die 40 ehrenamtlichen Rotkreuzler engagierten sich bei Sanitätsdiensten, im Sozialdienst, in der Erste-Hilfe-Ausbildung, in der Jugendarbeit, bei Einsätzen der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), im Rettungsdienst und Krankentransport und bei Festen und Veranstaltungen anderer Organisationen und Vereine. Bereitschaftsleiterin Margret Sturm-Wiersig, ihre bisherige Stellvertreterin und Nachfolgerin Alexandra Heßberger, der neue Stellvertreter Heinrich Schnell, Jugendrotkreuz-Ortsgruppenleiterin Stephanie Stockklausner und Monika Herbst von der Selbsthilfegruppe Schlaganfall berichteten auf der Jahreshauptversammlung im Mitterfeldener BRK-Haus von den vielfältigen Aufgaben der Ehrenamtlichen und zeichneten verdiente Mitglieder und Blutspender aus.

Ende einer Ära: Alex Heßberger löst Margret Sturm-Wiersig ab
Aktuell gehören 40 Frauen und Männer zur Ainringer BRK-Bereitschaft, wobei ein Stamm aus 25 Helfern den Großteil der Arbeit leistet. „Das alles geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, erklärte die bisherige stellvertretende Bereitschaftsleiterin Alexandra Heßberger, die ihre komplette Mannschaft lobte und bereits im Februar einstimmig für die kommenden vier Jahre als Bereitschaftsleiterin gewählt wurde. Amtsinhaberin Margret Sturm-Wiersig kandidierte nicht mehr, da sie mittlerweile als Gemeinderätin aktiv ist. Heßberger bestimmte Heinrich Schnell als ihren Stellvertreter und konnte Andreas Schaider wieder als Bereitschaftsarzt gewinnen. Alle drei sind seit vielen Jahren ehrenamtlich im Roten Kreuz aktiv und engagieren sich in verschiedenen Aufgabenbereichen. Schnell kam 2004 als Zivi an der Rettungswache Freilassing zum Roten Kreuz. „Dort hat mich der damalige Kreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger gleich für seine Ainringer Bereitschaft einkassiert. Die ehrenamtliche Arbeit hier macht mir so viel Spaß, dass ich trotz der Entfernung zum Wohnort Waging regelmäßig nach Ainring komme“, sagte Schnell, der mit seinem Image-Film und dem BRK-Harlem-Shake-Video mit fast 600.000 Zugriffen im Internet viel Werbung für die freiwilligen Sanitäter macht. Während der vergangenen Amtsperiode musste Heßberger bereits einen Großteil der Leitungsaufgaben übernehmen, da Sturm-Wiersig als neue Gemeinderätin weniger Zeit fürs Rote Kreuz hatte. „Die letzten vier Jahre waren glaub ich die turbulentesten in Deiner Rotkreuz-Karriere, aber mit Deiner ruhigen, besonnenen Art haben wir uns gut ergänzt und so manches geschafft und auf den Weg gebracht“, lobte Heßberger, die von ihrer Vorgängerin ein Blumengeschenk als Dank für die geleistete Arbeit als Stellvertreterin bekam. Für 45 Jahre aktiven Dienst in der BRK-Bereitschaft zeichneten Sturm-Wiersig, Heßberger und Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter Hans-Jürgen Schidlowski aus. Am 7. September 2013 soll am BRK-Haus Mitterfelden ein Tag der offenen Tür stattfinden.

Acht größere Sanitätsdienste und fünf SEG-Einsätze
Das gesamte Jahr über waren die Ainringer Rotkreuzler bei acht größeren Sanitätsdiensten gefordert. Zehn Sanitäter und ein Arzt gehören im Moment zur Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), die so ausgestattet und ausgebildet ist, dass sie unter anderem auch bei einem Großschadensereignis Verletzte, Erkrankte und Betroffene medizinisch versorgen, betreuen und registrieren kann. Zusammen mit den Rotkreuzlern aus Teisendorf und Freilassing stellen sie die SEG Transport und Behandlung Nord. Die Ainringer SEG rückte im März zu einem brennenden Milchprodukte-Laster auf die B20 bei Feldkirchen aus, im Juni zu einem Lagerhallenbrand und einem Gebäudeeinsturz in Freilassing, im Juli zu einem Sägewerkbrand in Surheim und im September zum Brand des Gasthofs Johannishögl. Zusätzlich waren die Ehrenamtlichen bei größeren Sanitätsdiensten gefordert, unter anderem beim Teisendorfer Faschingszug, beim Pfingstritt in Holzhausen, beim Zehn-Stunden-Mofacross, beim Martinszug des Mitterfeldener Kindergartens, bei der Altareinweihung in der Feldkirchener Kirche und beim Feldkrichener Triathlon mit mehreren kleineren Versorgungen am Zelt, einem Kreislaufproblem in Doppeln und einem Radsturz beim Aufwärmen. „Highlights waren die Dienste beim Jubiläumsfest am Stahlwerk Annahütte und beim 90. Gründungsjubiläum des Trachtenvereins Edelweiß Hammerau-Ainring. Aufgrund des schwül-warmen Wetters hatten mehrere Besucher der Großveranstaltungen Kreislaufprobleme. Außerdem mussten wir neben zahlreichen kleineren Verletzungen am Nachmittag bei einem schweren Radsturz helfen“, erklärte Alexandra Heßberger, die sich im selben Atemzug bei der Gemeinde mit Bürgermeister Hans Eschlberger, dem Stahlwerk Annahütte und dem Bastelkreis im Wohnstift Mozart für ihre finanzielle Unterstützung bedankte. Drei Einsatzkräfte waren 2012 im ehrenamtlichen Rettungsdienst und Krankentransport aktiv und haben an der Wache Freilassing 720 Stunden geleistet.

Intensive Aus- und Fortbildung als Rüstzeug für den Notfall
Das notwendige Rüstzeug für den aktiven Dienst bekamen die freiwilligen Sanitäter im vergangenen Jahr bei insgesamt 17 Dienstabenden und zahlreichen Übungen theoretisch und praktisch vermittelt. Sturm-Wiersig und Heßberger absolvierten zusätzlich einen Bereitschaftsleiter-Lehrgang in Schrobenhausen. Für die SEG-Mitglieder fanden außerdem die jährliche Flugzeugabsturz-Übung der Polizeischule Mitterfelden, der zweite gemeinsame BRK-Übungstag im Gemeindegebiet Ainring und Freilassing, ein Fortbildungstag für medizinisches Fachpersonal in Berchtesgaden und eine große Übung der Feuerwehr mit einer angenommen Zugkollision im Freilassinger Bahnhof statt. Die Rettungskette funktioniert im Ernstfall nur mit gut ausgebildeten Ersthelfern: Unter der Federführung von Ehrenkreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger fanden sechs Erste-Hilfe-Kurse statt, unter anderem auch für Betriebe und die 9. Klassen der Mittelschule. Zusätzlich unterrichteten Monika Vieth und Margret Sturm-Wiersig vier Schulklassen in den Grundlagen der Ersten Hilfe. Außerdem haben die ehrenamtlichen Rotkreuzler die Mitterfeldener Schule besucht und den Jugendlichen Fahrzeuge, Ausrüstung und ihre Arbeit vorgestellt. „Die Schüler besuchten gruppenweise die Stationen und konnten sich ein Bild vom Ehrenamt im Roten Kreuz machen“, berichtete Heßberger.

Monika Herbst berichtet von der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Mehr als 270.000 Menschen erleiden jährlich in der Bundesrepublik einen Schlaganfall, der damit die häufigste Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen ist. Monika Herbst hat deshalb 1994 eine Selbsthilfegruppe gegründet, damit Betroffene erfahren, wie andere Menschen gelernt haben, mit der Behinderung umzugehen. Sie bietet gegenseitige Unterstützung, Auseinandersetzung mit der Krankheit und leistet beispielsweise mit telefonischen Beratungen und Infoständen in Reha-Kliniken und Sanitätshäusern Präventionsarbeit für die Bevölkerung. Von den 34 ständigen Mitgliedern nahmen 2012 durchschnittlich 26 an den monatlichen Treffen teil. „Wir hatten ein abwechslungsreiches Programm, das von der Bachblütentherapie über feste Rituale wie Faschingskranzl, Weihnachtsfeier, Grillfest und Ausflüge an den Attersee oder zum Eisessen nach Kühnhausen bis hin zu Arztvorträgen und Infoveranstaltungen reichte“, erklärte Herbst, die sich bei der BRK-Bereitschaft für die kostenlose Bereitstellung des Hauses und die ehrenamtliche Hilfe bei den Treffen bedankte: „Falls kurzfristig ein Helfer ausfällt, sorgen Alex Heßberger oder Margret Sturm-Wiersig immer für Ersatz oder springen selbst mit ein!“<br />

Blutspender betreut; Selbsthilfegruppen unterstützt
Aber auch im Sozialdienst ist die BRK-Bereitschaft Ainring stark: Die Mitglieder der Bereitschaft arbeiteten regelmäßig bei den monatlichen Treffen der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe mit, begleiteten als Betreuer den Behindertenausflug zum Gasthof Bad Hochmoos in St. Martin bei Lofer und unterstützten bei Bedarf auch die Selbsthilfegruppe für Multiple-Sklerose (MS) bei ihren Treffen im BRK-Haus. Bei vier Terminen in Mitterfelden mussten sieben bis neun Ehrenamtliche insgesamt 409 Blutspender verköstigten und betreuten, die insgesamt 375 Konserven spendeten. Darunter waren auch 27 Erstspender. Obwohl im Vergleich zu den Vorjahren ein Termin weniger angeboten wurde, blieb die Spenderzahl weitgehend konstant. „94 Prozent der Deutschen halten Blutspenden für wichtig, aber nur dreieinhalb Prozent spenden tatsächlich. Das sind erschreckende Zahlen“, bedauerte Edi Schmid vom ehrenamtlichen Blutspende-Organisationsteam der BRK-Bereitschaften im Landkreis, der die Spender aufrief, in Zukunft Verwandte und Freunde zu den Terminen mitzubringen, damit der bayernweite Bedarf von täglich rund 2.400 Konserven bedient werden kann. Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter, Edi Schmid, Bereitschaftsleiterin Alexandra Heßberger, ihr neuer Stellvertreter Heinrich Schnell und ihre Vorgängerin Margret Sturm-Wiersig zeichneten sechs verdiente Blutspender aus: Peter Goetzinger (75 Spenden), Ursula Plank (50 Spenden), Uwe Tauscheck (50 Spenden), Konrad Eicher (50 Spenden), Rosmarie Vogl (75 Spenden) und Karl Ufertinger (100 Spenden; alle von links).

Acht Kinder engagieren sich im Jugendrotkreuz
Keiner ist im Notfall zu klein, um Helfer zu sein: Acht Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren engagieren sich derzeit im Ainringer Jugendrotkreuz (JRK). „Da wir die Gruppenstunden mit realistisch geschminkten Verletzungen immer möglichst spannend und interessant gestaltet haben, konnten sich unsere Nachwuchsretter gut in die verschiedenen Notfallsituationen hineinversetzen und verloren so nach und nach ihre Scheu vor Blut und Verletzungen“, erklärte Ortsgruppenleiterin Stephanie Stockklausner, die nun auch Leiterin der Jugendarbeit im Landkreis ist und das Jugendrotkreuz mit einer Werbeaktion in der Gemeinde noch bekannter machen und neue Mitglieder gewinnen will. Unter anderem soll die Zusammenarbeit mit den Schulsanitätern ausgebaut und auch der diesjährige JRK-Kreiswettbewerb am 8. und 9. Juni auf dem Mitterfeldener Schulgelände stattfinden. „Wir suchen dafür noch Schiedsrichter und Helfer“, sagte Stockklausner. 2012 belegten die Ainringer Rotkreuz-Kinder der Altersstufe 2 den 1. Platz beim Kreiswettbewerb im Teisendorf und erreichten dann beim Bezirkswettbewerb in Mauern bei Freising ebenfalls eine gute Platzierung. Mit einem abwechslungsreichen Programm war 2012 einiges geboten: Neben Gruppenstunden, Faschings- und Weihnachtsfeier mit Nikolaus und Krampus fanden ein Ferienprogramm mit 23 Kindern und ein Sommerfest mit den Eltern und der BRK-Bereitschaft statt, bei dem gemeinsam gegrillt, gegessen und gefeiert wurde.

Lob für unkomplizierte Zusammenarbeit
Bürgermeisterin Gabriele Noreisch, Freilassings stellvertretender Polizeichef Peter Huber und BRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter lobten in ihren Grußworten das ehrenamtliche Engagement und die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Ainringer Roten Kreuz bei Einsätzen, Diensten, Fortbildungen und Übungen. „Die Gemeinde ist stolz und froh, dass wir Euch haben; unsere Bürger fühlen sich gut beschützt!“, sagte Noreisch, die auch ältere Menschen aufrief, sich zukünftig im Roten Kreuz zu engagieren. „Ainring zeugt von der Vielfalt der BRK-Arbeit, die vom Sanitätsdienst, über den Betreuungsdienst bis hin zum Sozialdienst reicht“, erklärte Rautter, der an die europäische Katastrophenschutz-Übung „Taranis 2013“ erinnerte, die mit rund 1.000 Helfern im Juni im Land Salzburg stattfinden wird. 2014 soll auch ein bezirks- oder sogar landesweites Fachdienstlager der BRK-Bereitschaften im Landkreis organisiert werden, bei dem sich Helfer aus ganz Bayern zum Erfahrungsaustausch treffen.

Termine

12
01
01.12.2022 | 19:30-21:30
Bereitschaftsabend
BRK Bereitschaft Ainring, Industriestraße 6a, 83404 Ainring
01
05
05.01.2023 | 19:30-21:30
Bereitschaftsabend
BRK Bereitschaft Ainring, Industriestraße 6a, 83404 Ainring
01
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19.01.2023 | 19:30-21:30
Bereitschaftsabend
BRK Bereitschaft Ainring, Industriestraße 6a, 83404 Ainring

Kontakt

Bayerisches Rotes Kreuz
Bereitschaft Ainring
Industriestraße 6a
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