1932 – 1935

Es war im Jahre 1930, als sich sozial denkende Bürger aus Hammerau unter der Führung von Matthias Schlosser und Johann Pfeiffenberger zusammenschlossen und den freiwilligen Rot-Kreuz-Halbzug gegründet haben.

Seit dieser Zeit Haben sich immer wieder Männer und Frauen gefunden, die unter Einbringung mancher persönlicher Opfer bereit waren, ihren in Not geratenen Mitmenschen rasch und wirkungsvoll Hilfe zu leisten. Um der Raumnot zu begegnen, stellten sich die Kameraden auf eigene Füße,um unabhängig und selbstständig zu sein. Es wurden Verhandlungen mit den Wirtschaften in Hammerau geführt, mit dem freudigen Erfolg, dass die von den Wirtsleuten aufgenommen wurden.

Da kein Material vorhanden war, mussten die ersten Anschaffungen aus eigenen Spenden getätigt werden. Während des zweiten Weltkriegs und auch vorher leistete das Rote Kreuz Hammerau in Freilassing Krankentransportdienst. Zum Transport stand nur eine Fahrtrage zur Verfügung.

Schwierig und mühsam war der Dienst, wenn man bedenkt, dass die Kranken und Verletzten mit der Schiebetrage auch von den umliegenden Orten Hammerau, Saaldorf und Surheim geholt werden mussten. Und sollten diese sogar noch geröntgt werden, so waren sie nach dem ermüdenden Anmarsch im Krankenhaus noch über eine schmale Treppe in den Keller zu bringen, weil dort der Röntgenraum war. Eine Qual für die Kranken und Träger.Oft mussten letztere bei der Operation als Helfer bleiben, was teilweise Stunden Zeit in Anspruch nahm.

Am 24. Juni 1934 war der Deutschlandflug, Ainring war im Besitz eines Flugplatzes, der sehr viel Arbeit mit sich Brachte. An diesem Flugtag wurde die Rot-Kreuz-Wache aufgebaut und notdürftig eingerichtet.

Ein Lastwagen wurde behelfsmäßig als Sanka hergerichtet. 1935 wurde der Luftschutz gegründet.
Die Vorträge in Erster Hilfe hielten die Kameraden aus Hammerau. Außerdem lief in diesen Jahren die Erste-Hilfe-Ausbildung bei der Hitler-Jugend und SA, die auch abgedeckt wurde.

Unfallhilfsstellen wurden in Feldkirchen und Adelstetten angelegt. 1944 wurde als Heimatschutz der Volkssturm gegründet. Den Sanitätsdienst leistete für die Einheit der Kamerad Hecht aus Freilassing.

Nach dem totalen Zusammenbruch im Jahre 1945 schien auch das Rote Kreuz Hammerau am Ende zu sein. Doch war es mittlerweile in das Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen, dass das Rote Kreuz ein nicht mehr wegzudenkendes Element der Gemeinde darstellt.

So war man auch in unserem Ort bemüht, wieder eine leistungsfähige Rot-Kreuz-Gemeinschaft auf die Beine zu stellen. Dieses Bestreben war nicht einfach, hatte doch gerade der zweite Weltkrieg viele Lücken in die Reihen der Hammerauer Rot-Kreuzler gerissen.

Die Zusammenarbeit mit Freilassing ermöglichte dann die Gründungsversammlung am 1. Mai 1957.
Die Kriegsjahre zeigten, dass nicht nur Männer sondern auch Frauen im Roten Kreuz gebraucht werden (Aktivenstand 15 Männer und 6 Frauen). Die Herrn Dr. Gabauer, Polizeimeister Eimer, Josef Schlosser, Eduard Schlosser, Johann Steinbacher, die alle 25 Jahre im Roten Kreuz angehörten und sich wieder zur Verfügung stellten, haben die Gruppe auf das Beste geführt.

So konnte im Frühjahr 1958 die Gruppe Hammerau zur Kolonne Hammerau erhoben werden. Nicht nur die Kolonnenerhebung konnte gefeiert werden, auch ein eigener Sanka wurde beschafft. Die Unterstützung kam von der Familie Walter Zeller und von der Gemeinde Ainring.

1962 kam ein Tief, das auch durch Arbeit und Kameradschaft nicht beseitigt werden konnte. Aber bereits im Herbst 1963 wurde die Gruppe Ainring unter der Führung von Franz Moser gegründet.

Dienstabende wurden alle 14 Tage abgehalten, der Rettungsdienst wurde von zuhause aus abgedeckt. Der Beifahrer war in der Wohnung des Fahrers. Eine Rettungswache war erst im Aufbau.

Für die Frau des Fahrers hieß es, den Telefondienst durchzuführen, wenn das Fahrzeug im Einsatz war. 1968 wurde die Gruppe zum Zug erhoben und unter der Führung von Rudolf Wiesbacher gestellt, da Franz Moser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. Die angefallene Arbeit wurde in der Zeit vorbildlich und reibungslos verrichtet.

Von Rudi Wiesbacher wurden die Seniorenausflüge eingeführt; mit zwei bis drei vollbesetzten Reisebussen war man einen ganzen Tag unterwegs, um Ziele in der weiteren Umgebung zu besuchen, wie z.B Passau oder Mühlbach am Hochkönig.

Der kameradschaftliche Führungsstiel und ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft zeichneten den Zug Ainring aus. 1978 war wieder ein Führungswechsel.

Ludwig Wetzelsberger jun. löste den Zugführer Rudolf Wiesbacher ab, der aus gesundheitlichen Gründen Zurücktrat. Am 1. Januar 1982 hatte die Gemeinde Ainring wieder eine Sanitätskolonne. Kolonnenführer wurde Ludwig Wetzelsberger jun., der auch 1982 das Jugend-Rot-Kreuz Ainring wieder neu motivierte und einen Aktiven aus der Kolonne als Jugendführer bestellte.

Am 1. Juni 1982 wurde unter der Leitung der Kolonnenführung ein Informationsabend einberufen, der zur Gründung einer Frauenbereitschaft führen sollte. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen der Kolonnenführung; 10 bis 15 Frauen beteiligen sich seither an den Dienstabenden und Rot-Kreuz-Arbeiten der Kolonne.

Frauenbereitschaft 1983

Noch im selben Jahr konnte mit Hilfe des Kreiskolonnenführers Herrn Schmelz und des Kreisgeschäftsführers Herrn Schmid ein Mannschaftswagen angeschafft werden.

Im Juni 1983 feierte das BRK Ainring sein 50-jähriges Gründungsfest und gleichzeitig die Gründung einer Frauenbereitschaft. 10 Frauen erklärten sich bereit, beim BRK Ainring Dienst am Nächsten zu tun, vor allem im sozialen Bereich.

Anlässlich dieses großen Festes wurde auch eine Rot-Kreuz-Fahne geweiht. Als Fahnenmutter fungierte Johanna Wiesbacher, als Fahnenbraut Kathi Eisl.

In den Jahren nach 1983 wurden auf Initiative des damaligen Kolonnenführers die Bemühungen um ein eigenes Rot-Kreuz-Haus intensiviert. Bisher traf man sich ja im alten Schulhaus in Ainring. Den Helfern stand nur stundenweise ein Ausbildungsraum zur Verfügung, der Speicher diente als Lagerraum. Eine eigene Unterkunft wurde dringend notwendig.

Sanitätskolonne 1983
Jugend 1983

Im Jahr 1989 hatte das BRK im Kreisverband den größten Einsatz in seiner Geschichte. Über Ungarn und Österreich strömten nach Öffnung der Grenzen massenhaft DDR-Bürger in die Bundesrepublik. Beim Freibad Freilassing wurde ein großes Auffanglager für die Flüchtlinge errichtet und vom BRK betreut. Über den ganzen Zeitraum des Lagers hinweg war das BRK Ainring durch seine Führung und viele Helfer dort tätig.

Einweihung BRK Haus 1993

Im September 1993 war es dann soweit. Das eigene BRK-Haus konnte eingeweiht werden.
Mit vielen Stunden Eigenleistung (rund 6000) konnte man die Baukosten erheblich senken.

Viele Rotkreuzler arbeiteten unermüdlich in ihrer Freizeit auf der BRK-Baustelle und stellten ihre Talente und Ausbildungen in den verschiedensten Berufen kostenlos unter Beweis. Das Putzen danach war die Aufgabe der Frauen. Durch das eigene BRK-Haus kam wieder neuer Schwung ins BRK Ainring.

Das JRK wuchs von 5 auf 60 Mitglieder an.

Viele regionale und überregionale Ausbildungen fanden und finden im BRK-Haus statt, z.B. Erste-Hilfe-Kurse, Erste-Hilfe-Training, Sanitätsausbildung, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Rettungsdienst-Helferausbildung.

Neben der Schulung der Rotkreuzler werden auch Mitglieder vieler anderer Gruppen ausgebildet:
die Feuerwehren von Ainring und Saaldorf, das THW, die Polizeiinspektion Freilassing, die Polizeischule Ainring, kirchliche Gruppen und Vereine.

Im Haus trifft sich regelmäßig die Schlaganfallgruppe unter der Leitung unseres BRK-Mitgliedes Monika Herbst. Von einigen Frauen des Ainringer Roten Kreuzes werden regelmäßig eine Behindertengruppe und die Multiple-Sklerose-Gruppe im Landkreis betreut.

Bereitschaft und Jugendrotkreuz 1998

Im Sommer 1998 feierte das BRK Ainring 65 Jahre Sanitätskolonne, 20 Jahre Jugendrotkreuz und 15 Jahre Frauenbereitschaft.