05.10.2013 – Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Roten Kreuz funktioniert

Am vergangenen Samstag trafen sich in der Pinzgauer Gemeinde Unken Mitarbeiter vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) Pinzgau mit den Kameraden aus dem benachbarten Bayern, um den Ernstfall eines Großunfalls zu üben. 56 Rettungs- und Notfallsanitäter (darunter 14 Kollegen vom Bayerischen Roten Kreuz) sowie zwei Notärzte informierten sich am Vormittag in Theorievorträgen über die Behandlung und Versorgung von Verletzten bei Großschadensereignissen. Die Referenten stellten dabei die Systeme der beiden Nationen vor, wobei im Jahr 2013 das Hauptaugenmerk auf die SAN-Hist (Sanitätshilfsstelle) gelegt wird.

Am Nachmittag konnte das Erlernte unmittelbar in die Praxis umgesetzt werden. In einem vom Bezirksrettungskommando Pinzgau ausgearbeiteten Übungsszenario mussten die Sanitäter 21 zum Teil schwer verletzte Patienten versorgen. Grund dafür war eine angenommene Verpuffung in einem nahe gelegenen Sägewerk. Bereits bei der Anfahrt erfuhr der Einsatzleiter, dass dieses Szenario nur mit einer SAN-Hist zu bewältigen war. In Zusammenarbeit mit den Kameraden der Feuerwehr Unken wurden die Patienten gerettet und entsprechend den Richtlinien „kategorisiert“ – aufgrund der Schwere der Verletzungen einzelnen Behandlungsstellen zugeordnet. Neu und beeindruckend für die Beobachter war, dass die Schnelleinsatzgruppe Behandlung des Bayerischen Roten Kreuzes (bestehend aus zehn Helfern) sich problemlos in das österreichische System integrieren konnte. So wurden die Patienten mit dem täuschend echten Verletzungsmuster (organisiert durch das Schminkteam des ÖRK Pinzgau) versorgt und nach erfolgreicher Dokumentation vom Unfallort abtransportiert. Auch in diesem Bereich konnten die bayerischen Kollegen problemlos ihre Hilfe anbieten. Durch den Einsatz der mobilen Leitstellen des ÖRK Salzburg und des BRK funktionierte die Kommunikation tadellos.

Die anwesenden Übungsbeobachter (unter ihnen Stabschef Herbert Wieder, Landesrettungskommandant Ernst Hagn, Bezirksgeschäftsführer Sepp Schwaiger, BRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter sowie Mitglieder des Bezirksrettungskommando Pinzgau) durften allen Teilnehmern gratulieren. Äußerst beeindruckt von dieser Veranstaltung zeigte sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Unken Hubert Lohfeyer. „Ich bin froh, dass wir als Grenzgemeinde im Einsatzfall auf beide Einsatzorganisationen zurück greifen können!“ so der Bürgermeister.

„Die Übung ist absolut gelungen, die Zusammenarbeit Salzburg/Bayern funktioniert.“ so Stabschef Herbert Wieser.

Im kommenden Jahr erfolgt der zweite Durchgang – jedoch auf Terrain und mit dem System der Kollegen in Bayern.

Verfasser: ÖRK

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