06.08.2013 – Die Schule brennt: 32 Patienten und Betroffene

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der BRK-Bereitschaften und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) aus dem Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein haben bei einem angenommenen Brand in der Schule Oberteisendorf ihr Zusammenspiel bei einem Großschadensereignis geübt. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das realistisch inszenierte Spektakel, bei dem die Atemschutzgeräteträger 15 Verletzte und weitere 17 Betroffene aus dem verrauchten Gebäude in Sicherheit bringen mussten, die dann von BRK und MHD gemeinsam weiter versorgt und betreut wurden.

Das alte Schulgebäude soll noch in den Sommerferien abgerissen und neu aufgebaut werden und steht deshalb bereits leer. Ortsfeuerwehrkommandant Christof Schmid und Till Schöndorfer, Fachdienstleiter Sanität der BRK-Bereitschaften im Berchtesgadener Land, nutzen die Gelegenheit und bereiteten mit einem Team eine große Einsatzübung vor, an der neben den Feuerwehren Oberteisendorf, Teisendorf, Neukirchen, Surberg und Traunstein auch die BRK-Bereitschaften Ainring, Freilassing, Laufen, Teisendorf, Tittmoning und Traunstein und der MHD aus Bad Reichenhall teilnahmen. „Für möglichst realistische Bedingungen mit wenig Sicht im Atemschutz-Innenangriff haben wir alle Fenster verdunkelt und mittels zweier Nebelmaschinen die Räume komplett verraucht“, erklärt Schmid. Das Team für realistische Unfall- und Notfalldarstellung (RUD) des Roten Kreuzes verwandelte knapp die Hälfte der 32 Jugendfeuerwehrleute mit viel Schminke in Verletzte mit zum Teil schweren Brandwunden; mit entsprechender Schauspielkunst inszenierten sie dann für ihre Kameraden ein schaurig-wirklichkeitsnahes Szenario.

Als die ersten Fahrzeuge eintrafen, kümmerte sich die Feuerwehr sofort um die Löschwasserversorgung vom Hydranten und vom nahen Bach aus und brachte die Verletzten und Betroffenen aus dem Gebäude bis zur Patientenablage, wo Sichtungsteams des Roten Kreuzes die Erstversorgung und Registrierung übernahmen. Die BRK-Bereitschaften und der MHD kümmerten sich auf den dahinter eingerichteten Behandlungs- und Betreuungsplätzen um die weitere Versorgung; die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) organisierte den geregelten Abtransport in die zugewiesenen Zielkrankenhäuser. „Ein Szenario mit vielen Verletzten, wie es jederzeit und überall passieren kann. Dafür halten wir zum regulären Rettungsdienst zusätzliche, ehrenamtliche Sanitäter, Fahrzeuge und Ausrüstung bereit, denn statistisch betrachtet ist nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann“, erklärt Schöndorfer. Geübt wurden die Sichtung, Behandlung, Versorgung, Betreuung und der Transport der Patienten sowie die Leitung und Organisation des Einsatzes.

Bei der Nachbesprechung bedankten sich Teisendorfs Bürgermeister Franz Schießl, Kommandant Christof Schmid, BRK-Einsatzleiter Norbert Keil und die Kreisbrandmeister Stefan Ufertinger und Michael Brandl für das Engagement und die gute Zusammenarbeit der rund 180 mitwirkenden Ehrenamtlichen aus beiden Landkreisen.

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