06.11.2014: Übung: Auto rast am Ainringer Freibad in Menschenmenge

Die BRK-Bereitschaften aus Ainring, Bad Reichenhall und Freilassing haben mit ihren Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Behandlung und Transport am Ainringer Freibad für einen Massenanfall an Verletzten geübt. Angenommen wurde, dass ein Autofahrer am Steuer bewusstlos wird und in eine Menschenmenge rast. Ähnliche echte Einsätze gab es bereits im April 2008 im Berchtesgadener Ortsteil Oberau mit einer Hochzeitsgesellschaft oder im März 2006 im schwäbischen Jettingen, wo ein Mann in einen Trauerzug fuhr.

„Ein Szenario mit sehr vielen Verletzten, wie es jederzeit und überall passieren kann. Dafür halten wir zum regulären Rettungsdienst zusätzliche, ehrenamtliche Sanitäter, Fahrzeuge und Ausrüstung bereit, denn statistisch betrachtet ist nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann“, erklärt Organisator Till Schöndorfer, einer der Einsatzleiter Rettungsdienst im Landkreis. Geübt wurden die Sichtung, Behandlung, Versorgung und der Transport der Patienten sowie die Leitung und Organisation des Einsatzes, weshalb der Fachdienst Information und Kommunikation (Iuk) auch mit seinem Einsatzleitfahrzeug eine Übungsleitstelle simulierte.

Als der erste Rettungswagen an der Einsatzstelle ankommt, versucht ein Passant bereits einen der insgesamt neun Verletzten wiederzubeleben. Die Besatzung erkennt die dramatische Lage und fordert über Funk bei der Leitstelle sofort Verstärkung an. Innerhalb kurzer Zeit treffen weitere Rettungswagen, Krankenwagen, der Gerätewagen Sanität und der Einsatzleiter Rettungsdienst am Unfallort ein. Übungsleiter Till Schöndorfer wollte seine Kameraden voll fordern und hatte sich im Vorfeld aufwendige Verletzungsmuster ausgedacht, die vom Team für realistische Unfall- und Notfalldarstellung (RUD) des Jugendrotkreuzes täuschend echt mit viel Schminke und Schauspiel umgesetzt wurden, so dass jede helfende Hand gefragt war: Ein schwerst Verletzter musste wiederbelebt werden, zwei weitere waren bewusstlos, eine schwere Wirbelsäulenverletzung erforderte einen besonders schonenden Abtransport und drei weitere Patienten mit Knochenbrüchen, Prellungen und inneren Verletzungen brauchten rasche Hilfe.

„Wir wurden von der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall tatkräftig unterstützt und konnten mit ihnen das reibungslose Zusammenspiel üben“, erklärt Schöndorfer. „Wenn sich plötzlich ein großer Schadensfall mit einer Vielzahl an Patienten ereignet, sind dank der guten persönlichen Kontakte und der gemeinsamen Übungen alle Schnittstellen optimal aufeinander abgestimmt“, freut sich Schöndorfer. Nach der Übung hielten Schöndorfer und Einsatzleiter Erich Baringer im BRK-Haus Mitterfelden eine Nachbesprechung mit allen Beteiligten ab, wo Ablauf und Organisation bei einer Brotzeit kritisch besprochen wurden.

Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die SEG´n zurückgreifen. Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit, die – genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter – fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden. BRK-Bereitschaften gibt es in Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen und Teisendorf. Wer Interesse an einer aktiven Mitarbeit hat, kann sich unter der Telefonnummer +49 (0) 8651 9590-21 in der Kreisgeschäftsstelle des Roten Kreuzes melden.

Fotos: H. Schnell

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