23.12.2014: Chemikalienaustritt in Brauerei in Teisendorf

Am Dienstagnachmittag wurde gegen 16.30 Uhr über Notruf gemeldet, dass in der Brauerei in Teisendorf eine gelbe Wolke aus dem Sudhaus austreten würde. Die Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk (THW) und Malteser Hilfsdienst (MHD) aus den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting (Werkfeuerwehr Gendorf).

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz wurde informiert, ein Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) eingesetzt und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) mit ihrem Abrollbehälter losgeschickt. Umgehend wurden durch die örtlichen Feuerwehren Messungen der Atemluft durchgeführt, die Bevölkerung mittels Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ein größerer Bereich um die Einsatzstelle abgesperrt. Der Gefahrgut-Zug des Landkreises (Feuerwehren Bad Reichenhall, Freilassing und Piding) schickte mit personeller und materieller Unterstützung der Feuewehren Ainring, Traunstein, Waging und Gendorf mehrere Einsatzkräfte in Schutzanzügen ins Gebäude und baute einen Dekontaminationsplatz auf.

Spezialisten der Werkfeuerwehr Gendorf sowie der Polizei waren zwischenzeitlich an der Einsatzstelle eingetroffen und konnten den ausgetretenen Stoff als Salpetersäure, die zur Reinigung von Produktionsrückständen benutzt wird, identifizieren. Der Behälter wurde abgedichtet; eine direkte Gefahr für die Bevölkerung habe nach Informationen der Spezialisten zu keiner Zeit bestanden.

Drei Anwohner, davon ein Säugling sowie ein Kleinkind, klagten über Atemnot beziehungsweise Übelkeit und wurden nach medizinischer Erstversorgung zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Traunstein gebracht. Zwei Polizeibeamte, die die Einsatzstelle absperrten, klagten über ein Kratzen im Hals. Nach ambulanter Behandlung konnten beide Beamte wieder ihren Dienst aufnehmen.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) war mit 45 Sanitätern, drei Ärzten und elf Fahrzeugen im Einsatz, darunter die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) mit Unterstützungsgruppe (UG-SanEL) und die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften aus Ainring, Bad Reichenhall,Berchtesgaden, Freilassing und Teisendorf. Sie richteten im Feuerwehrhaus in Oberteisendorf einen Behandlungs- und Verpflegungsplatz ein, um Betroffene im Fall einer Evakuierung versorgen zu können. Der Betreuungsdienst des BRK und des MHD Berchtesgadener Land bereitete die Verpflegung für die über 300 Einsatzkräfte und eventuelle Betroffene vor. Mitarbeiter des BRK-Kriseninterventionsdienstes (KID) waren zur psychischen Betreuung vor Ort.

Wie es zu dem Austritt der Chemikalie gekommen war, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Gegen 21 Uhr konnte die Einsatzleitung Entwarnung geben und die großräumigen Sperrungen aufheben. Bis 23 Uhr rückte ein großer Teil der alarmierten Einheiten wieder ein.

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